Lingen,
05
Januar
2017
|
00:00
Europe/Amsterdam

Aktuelle Informationen der Kraftwerke Lingen (2016)

RWE Nuclear GmbH

Anlagenstatus und Stromproduktion

Das Kernkraftwerk Emsland wurde in der Zeit vom 01. bis 26.12.2016 überwiegend mit Volllast eingesetzt. Im Berichtszeitraum wurden 0,695 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom produziert. Seit Jahresanfang sind damit 11,114 Milliarden kWh erzeugt worden. Diese Strommenge reicht aus, um etwa 3,2 Millionen Haushalte mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden ein Jahr lang zuverlässig und CO2-frei mit Strom zu versorgen.

Am 26. Dezember ging das Kernkraftwerk Emsland für einen geplanten Brennelementwechsel vom Netz. Zusätzlich zum Einbringen 24 frischer Brennelemente in den Reaktor, davon zwölf MOX-Brennelemente, sind Wartungsarbeiten in der Anlage auszuführen. Die Arbeiten werden im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz durch zahlreiche Sachverständige überwacht.

Die Blöcke des Erdgaskraftwerks Emsland wurden entsprechend der aktuellen Marktsituation zur Stromproduktion eingesetzt. Die GuD-Anlage war vom 12.12.2016 bis zum 30.12.2016 zumindest mit einer Gasturbine durchgängig in Betrieb. Die zweite Gasturbine stand wegen Instandsetzungsarbeiten im nachgeschalteten Wasser-Dampfkreislauf vom 26.12.2016 – 30.12.2016 nicht zur Verfügung.

Besonders erwähnenswert ist der Dauereinsatz von einem der beiden Blöcke der GuD-Anlage über die Weihnachtsfeiertage: Der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) benötigte den zur Netzstabilisierung als Folge hoher Windeinspeisung bei gleichzeitig niedrigem Verbrauch. Denn für eine sichere Stromversorgung ist nicht nur der „Wirkstrom“ von Bedeutung, sondern auch der so genannte Blindstrom – der regional verteilt – zur Verfügung stehen muss. Diese Blindleistung wird aber zum weit überwiegenden Teil in konventionellen Kraftwerken produziert – und nicht durch Erneuerbare Quellen. „Diesen Beitrag zur Stabilität des Netzes im Emsland haben wir erbracht, indem wir in dieser Zeit zwischen 250 und 430 Megawatt eingespeist haben. Und das über die gesamten Feiertage. Unsere Mannschaft, die zu solchen Zeiten nur in Mindestbesetzung arbeitet, hatte also alle Hände voll zu tun. Kompliment, wie die Kollegen das gemeistert haben!“, erklärt Kraftwerksleiter Dr. Hans-Peter Flicke. Rechtlich geregelt werden solche kurzfristigen Einsätze über das Energiewirtschaftsgesetz. Lukrativ sind die allerdings nicht, da der ÜNB lediglich die durch den Betrieb entstandenen Mehrkosten ausgleicht. Die Kosten für solche Maßnahmen trägt der Stromkunde.

Insgesamt war 2016 für das Erdgaskraftwerk Emsland ein gutes Jahr. Die Stromproduktion hat sich auf rund 4 TWh erhöht, vor allem wegen des vergleichsweise niedrigen Erdgaspreises. Auch die Modernisierungsmaßnahmen haben sich ausgezahlt. „Wir müssen aber weiter hart für unseren Standort kämpfen“, so Flicke weiter, „ein stark steigender Erdgaspreis macht die Situation für uns nicht leichter“.

Aktuelle Angaben zum Einsatz der Kraftwerke sind im Internet auf der RWE Transparenzseite einzusehen: www.rwe.com/transparenz.

Emissionen

Die Ableitungen der Kraftwerke lagen im Berichtszeitraum unterhalb der genehmigten Grenzwerte. Detaillierte Daten zur Umgebungsüberwachung des Kernkraftwerks Emsland befinden sich auf der Internetseite des Kernkraftwerks Emsland.

Vorkommnisse

Beim Betrieb einer gesicherten Nebenkühlwasserpumpe im Kernkraftwerk Emsland trat am zugehörigen Motor ein Lagerschaden auf. Der Schaden wurde von betrieblichen Überwachungseinrichtungen erkannt und die Pumpe abgeschaltet. Die gesicherten Nebenkühlwasserpumpen sind vierfach vorhanden und dienen der Abfuhr der Verlustwärme von Kühlstellen im Kontrollbereich und der Notstromerzeuger. Der Lagerschaden hatte keine Auswirkungen auf die Verfügbarkeit des Nebenkühlwassersystems. Der betroffene Motor wurde ausgetauscht.

Gemäß den deutschen Meldekriterien wurde das Vorkommnis in die Kategorie N (Normal) eingestuft und der Behörde fristgerecht innerhalb von fünf Werktagen gemeldet. Nach der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen (INES) ist es der Stufe 0 (unterhalb der Skala = keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung) zuzuordnen.

Aus dem Kraftwerksleben

Stilllegungs- und Abbauantrag für das Kernkraftwerk Emsland eingereicht

Die Kernkraftwerke Lippe-Ems GmbH hat am 23.12.2016 den Stilllegungs- und Abbauantrag für das Kernkraftwerk Emsland beim niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz als Genehmigungsbehörde eingereicht. Nach dem Atomgesetz endet die Betriebsgenehmigung für das Kraftwerk am 31.12.2022. Im Sinne einer frühen Öffentlichkeitsbeteiligung informierte RWE Power bereits am 29. November 2016 durch die Informationskampagne „Kernkraftwerk Emsland transparent!“ interessierte Bürgerinnen und Bürger über die geplante Antragstellung, die Abläufe des mehrjährigen Genehmigungsverfahrens und die geplanten organisatorischen und technischen Maßnahmen zur Vorbereitung von Stilllegung und Abbau des Kraftwerks. Auch in Zukunft wird RWE umfassend und breit über das Vorhaben informieren.

Weihnachtsspende

Bereits seit 17 Jahren verzichtet die Belegschaft am RWE Kraftwerksstandort Lingen zu Weihnachten auf eine kleine symbolische Anerkennung und spendet den Gegenwert in Höhe von 1.500,- Euro für einen guten Zweck. Mit dem Geld werden karikative oder gemeinnützige Einrichtungen in der Region gefördert. In diesem Jahr verteilt sich die Summe zu gleichen Teilen auf zwei Einrichtungen die sich besonders um das Wohl von Kindern und Jugendlichen sowie der Förderung von Menschen mit Handicap kümmern: die heilpädagogische Kindertagesstätte „Regenbogen“ der Lebenshilfe Nordhorn und die Fußballmannschaft „Lucky Löwen“ des SV Olympia Laxten in Lingen.