Lingen,
15
Mai
2017
|
09:09
Europe/Amsterdam

Aktuelle Informationen der Kraftwerke Lingen (04/2017)

Aktuelle Informationen der Kraftwerke Lingen Betriebsbericht Nr. 4 / 2017 über den Zeitraum 1. - 30. April 2017

 

Anlagenstatus und Stromproduktion

Das Kernkraftwerk Emsland wurde in der Zeit vom 01. bis 30.04.2017 überwiegend mit Volllast eingesetzt. Im Berichtszeitraum wurden 1,008 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom produziert. Seit Jahresanfang sind damit 3,847 Milliarden kWh erzeugt worden. Diese Strommenge reicht aus, um etwa 1,26 Millionen Haushalte mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden ein Jahr lang zuverlässig und CO2-frei mit Strom zu versorgen. Seit dem 16.04.2017 befindet sich das Kraftwerk offiziell im sogenannten „Streckbetrieb" und wird bis zur geplanten Revision im Mai mit der zur Verfügung stehenden Leistung betrieben.

Die Blöcke des Erdgaskraftwerks Emsland wurden entsprechend der aktuellen Marktsituation zur Stromproduktion eingesetzt. An 16 Tagen wurde die GuD-Anlage überwiegend mit Volllast betrieben, die Anlage wurde im April 5 mal angefahren. Die Kombiblöcke waren im April lediglich an 6 Tagen (Block B) und 5 Tagen (Block C) kurzzeitig zur Deckung der Stromspitzen am Morgen bzw. am Abend in Betrieb.

Über die Osterfeiertage waren die Strompreise vergleichsweise niedrig, so dass in der Osterwoche von Mittwoch bis zum darauffolgenden Dienstag kein Block in Betrieb war. Am letzten Aprilwochenende war wegen der hohen Wind- und Photovoltaik-Einspeisung der an der Strombörse gehandelte tagesdurchschnittliche Strompreis sogar negativ.

 

Die Anforderungen resultierten aus Marktanforderungen sowie aus Reserveanforderungen des Netzbetreibers zur Stabilisierung des Stromnetzes.

 

Aktuelle Angaben zum Einsatz der Kraftwerke sind im Internet auf der RWE Transparenzseite einzusehen: www.rwe.com/transparenz.

 

Emissionen

Die Ableitungen der Kraftwerke lagen im Berichtszeitraum unterhalb der genehmigten Grenzwerte. Detaillierte Daten zur Umgebungsüberwachung des Kernkraftwerks Emsland befinden sich auf der Internetseite des Kernkraftwerks Emsland.

 

Vorkommnisse

Im aktuellen Berichtszeitraum waren keine Vorkommnisse zu verzeichnen.

 

Aus dem Kraftwerksleben

RWE investiert rund 19 Millionen Euro bei Revision im Kernkraftwerk

Am 13.05.2017 wurde das Kernkraftwerk Emsland zur 29. Anlagenrevision planmäßig vom Netz genommen. In der rund 3 Wochen dauernden Revisionsphase werden etwa 5.100 Einzelarbeitsaufträge durchgeführt. Hierfür investiert das Kraftwerk mit ca. 19 Millionen Euro etwas mehr als im Vorjahr. Zeitbestimmender Faktor während der Revision wird der Brennelementwechsel mit dem Einbringen von 40 frischen Uran-Brennelementen in den Reaktorkern sein. Das Kraftwerkspersonal wird während der Revision von rund 1.300 externen Facharbeitern und Spezialisten unterstützt. Darunter sind auch in diesem Jahr Partnerfirmen-Mitarbeiter benachbarter Unternehmen aus der Region Emsland/Grafschaft Bentheim. (Pressemitteilung vom 11.05.2017)

Infozentrum überdurchschnittlich gut besucht

Trotz der Osterfeiertage wurde das Informationszentrum der Kraftwerke Lingen im April überdurchschnittlich gut besucht. Vorwiegend Schulklassen in angemeldeten Gruppen nutzten das Angebot vor Ort und informierten sich über den Betrieb, den Einsatz und die Technik der Kraftwerke. Spezielle Fragestellungen zur geplanten Stilllegung und dem Rückbau des Kernkraftwerkes rücken dabei immer mehr in den Fokus.

Energiewende, Versorgungssicherheit und Stromnetzausbau sind neben der technischen Betrachtung eines Großkraftwerkes stark nachgefragte Themenkomplexe.

Kanalwasser für die Kraftwerke: RWE beantragt Verlängerung der Genehmigung

Die Kernkraftwerk Lippe – Ems GmbH als Betreiber des Kernkraftwerks Emsland hat für weitere 20 Jahre Genehmigungen zur Entnahme von Kühlwasser aus dem Dortmund-Ems Kanal beantragt. Hintergrund dieser Anträge ist, dass die bestehenden, auf 30 Jahre befristeten, Genehmigungen zur Wasserentnahme für das Kernkraftwerk Emsland im November 2017 und für das Befüllen des Speicherbeckens im Februar 2018 auslaufen. Bis zum Abschaltjahr 2022 sollen wie bislang jährlich maximal rund 40 Millionen Kubikmeter Wasser entnommen werden dürfen. Diese Menge soll auch im Übergangsjahr 2023 gelten. Für Nachkühlung und Rückbauarbeiten ist ab 2024 eine maximale Wasserentnahme von acht Millionen Kubikmeter pro Jahr vorgesehen.

Für das Speicherbecken Geeste wurde – um Kühlwasserverluste der Gaskraftwerke auszugleichen - eine Wasserentnahme von weiteren 30 Jahren beantragt. Diese Entnahme soll aber um die Hälfte auf jährlich maximal rund 23 Millionen Kubikmeter reduziert werden.