Lingen,
10
April
2017
|
00:00
Europe/Amsterdam

Aktuelle Informationen der Kraftwerke Lingen (03/2017)

RWE Nuclear GmbH

Anlagenstatus und Stromproduktion

Das Kernkraftwerk Emsland wurde in der Zeit vom 01. bis 31.03.2017 überwiegend mit Volllast eingesetzt. Im Berichtszeitraum wurden 1,050 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom produziert. Seit Jahresanfang sind damit 2,840 Milliarden kWh erzeugt worden. Diese Strommenge reicht aus, um etwa 820.000 Haushalte mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden ein Jahr lang zuverlässig und CO2-frei mit Strom zu versorgen.

Die Blöcke des Erdgaskraftwerks Emsland wurden entsprechend der aktuellen Marktsituation zur Stromproduktion eingesetzt. Die GuD-Anlage wurde im Monat März an 20 Tagen tagsüber überwiegend mit Volllast betrieben, an mehreren Tagen durchgängig auch nachts. 

Die Kombiblöcke B und C kamen auf jeweils 20 Starts. An vier Tagen wurden die Kombiblöcke zweimal am Tag gestartet, da der Strombedarf in den Morgen- und Abendstunden am höchsten war. Der untertägige Strombedarf wurde weitestgehend von erneuerbaren Energien gedeckt. Aber deren Einspeisung schwankt enorm. So können aus rund 40.000 MW in Deutschland installierten Photovoltaikleistung bei konstantem Strombedarf an sonnigen Tagen bis zu 23.000 MW, an trüben Tagen aber manchmal nur 4.000 MW, ins Netz eingespeist werden. Dann kommt die flexible GuD des Erdgaskraftwerks Lingen als Partner der erneuerbaren Energien zum Zug. 

Aktuelle Angaben zum Einsatz der Kraftwerke sind im Internet auf der RWE Transparenzseite einzusehen: www.rwe.com/transparenz.

Emissionen

Die Ableitungen der Kraftwerke lagen im Berichtszeitraum unterhalb der genehmigten Grenzwerte. Detaillierte Daten zur Umgebungsüberwachung des Kernkraftwerks Emsland befinden sich auf der Internetseite des Kernkraftwerks Emsland.

Vorkommnisse

Wegen eines unterbrochenen Funkkontakts zu einem Flugzeug im deutschen Luftraum wurde am 10.03.2017 um 10:27 Uhr durch das Nationale Lage- und Führungszentrum für Sicherheit im Luftraum (NLFZ) bundesweit RENEGADE-Voralarm ausgelöst. Im Kernkraftwerk Emsland wurden daraufhin die vorgesehenen Maßnahmen durchgeführt. Dazu zählt auch die Räumung des Anlagengeländes zum vorsorglichen Schutz der Personen, die sich im Freigelände oder den Verwaltungsgebäuden aufhalten. Um 11:28 Uhr wurde der Alarm aufgehoben, da das Flugzeug den deutschen Luftraum verlassen hatte.

Aus dem Kraftwerksleben

ZUKUNFT SICHER MACHEN 

Nach großen strukturellen Veränderungen im Jahr 2016 hat RWE auf seiner Bilanzpressekonferenz im März seine neue, auf drei Zielen basierende Unternehmensstrategie vorgestellt. 

Erstens: RWE optimiert sein operatives Kraftwerksgeschäft weiter. RWE-Anlagen werden „best in class“ bleiben. Kernkraftwerke werden weiterhin sicher betrieben und effizient zurückgebaut. RWE hat einen klaren CO2-Reduktionsfahrplan für seine Braunkohlenkraftwerk.

Zweitens: RWE nutzt Potenziale entlang seines Kerngeschäfts. Der Umbau des Energiesystems wird sich auf längere Sicht auf die Zusammensetzung des Kraftwerksparks auswirken. RWE will sein Portfolio an flexiblen Assets weiterentwickeln und sich strategisch, operativ und organisatorisch so aufstellen, dass wichtige Marktentwicklungen antizipiert und aufgegriffen werden können. 

Drittens: RWE ist aktiver Treiber neuer Lösungen für Versorgungssicherheit. Sicherheit der Energieversorgung ist eine zentrale Herausforderung für die Energiewende. Deshalb ist es notwendig, schon heute eine Vorstellung von der ferneren Zukunft zu entwerfen. Dabei geht es um Technologien wie Power to Gas, Power to Liquid oder Großbatterien. Solche Technologien werden wichtige Erfolgsfaktoren für die Energiewende. RWE wird von Anfang an aktiver Teil dieser Entwicklungen sein.

Mehr Infos: http://www.rwe.com/web/cms/de/3700636/rwe/ueber-rwe/profil/zukunft-sicher-machen/ 

Kraftwerksleiter spricht beim Energieforum:

Beim 4. Lingener Energieforum, veranstaltet vom Arbeitskreis Energie des Wirtschaftsverbandes Emsland, stand das Thema „Power to X: Perspektiven – Technologien – Geschäftsmodelle“ im Fokus. Am Lingener Campus der Hochschule Osnabrück sprach vor rund 350 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik auch der Leiter des Erdgaskraftwerks Emsland, Dr. Hans-Peter Flicke. Er verdeutlichte in seinem Vortrag den Einsatz der Lingener Gaskraftwerke in einem problematischen Marktumfeld. Auch die Maßnahmen, die getroffen wurden, um unter den derzeit ungünstigen Rahmenbedingungen den Kraftwerkstandort zu sichern, erläuterte Flicke. Bei der Vorstellung eines am Standort im Untersuchungsstadium befindlichen Power to Heat-Projekts ging er auf die regulatorischen Unsicherheiten ein, die einer Realisierung entgegenstehen.