Köln,
08
November
2017
|
13:04
Europe/Amsterdam

ALIGN-CCUS: Forschungsanlage zur Herstellung rußfreier Dieselersatzstoffe kommt nach Niederaußem

Projekt erhält rund 15 Millionen Euro Fördermittel / 31 Unternehmen, Forschungsinstitute und Universitäten beteiligt

31 Unternehmen, Forschungsinstitute und Universitäten aus fünf Ländern arbeiten in dem Gemeinschaftsprojekt ALIGN-CCUS an der Abtrennung, Nutzung und Speicherung von CO2. Auf Grund der in Europa einzigartigen CO2-Forschungsinfrastruktur wird im Innovationszentrum Kohle der RWE Power in Niederaußem in den kommenden dreieinhalb Jahren eine Technik zur Herstellung von Treibstoffen und hochwertiger Grundstoffe für die chemische Industrie aus CO2 erforscht. Der europäische ERA-NET ACT Cofond unterstützt zusammen mit nationalen Fördermittelgebern - in Deutschland ist dies das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie - das Projekt mit 15 Millionen Euro. Die sechs deutschen Projektpartner sind alle in NRW ansässig. RWE Power bringt seine CO2-Wäsche-Pilotanlage als Testplattform ein. Sie dient als CO2-Quelle für die Demonstrationsanlage. Die Planungsarbeiten für die Demonstrationsanlage laufen auf Hochtouren. In zwei Jahren soll sie in Betrieb gehen und nach einer Testphase den emissionsarmen Dieselersatztreibstoff produzieren, der in einem Dieselmotor zum Einsatz kommt.

„Unser Ziel ist, CO2 als Rohstoff nutzbar zu machen. Die Idee hinter dem Projekt ALIGN-CCUS ist wichtig und aktueller denn je und hat den Schwerpunkt, aus den Rohstoffen CO2, Wasser und Strom einen Dieselersatztreibstoff herzustellen, der möglichst rußfrei verbrennt und dabei wenig Stickoxide produziert“, erklärt Prof. Dr. Reinhold Elsen, Leiter des Bereichs Forschung und Entwicklung bei RWE Power.

In der Demonstrationsanlage wird in einem Elektrolyseur Strom eingesetzt, um Wasser in seine Bestandteile aufzuspalten und so Wasserstoff zu erzeugen. Der erzeugte Wasserstoff reagiert in einer Syntheseanlage mit dem bereitgestellten CO2 zu Dimethylether (DME). Erneuerbare Quellen sollen zukünftig zunehmend den erforderlichen Strom liefern, der durch dieses Verfahren chemisch in Form von Treibstoff gespeichert wird. DME kann bei Bedarf in stationären Dieselaggregaten Spitzenlaststrom erzeugen oder Dieselmotoren in Fahrzeugen antreiben. Die Motoren selbst müssen nicht umgerüstet werden und auch auf Katalysator­systeme oder Additivzugabe könnte verzichtet werden. Lediglich die Einspritzanlagen und Tanks müssten verändert werden, da DME unter Druck gelagert werden muss. Bislang kommt DME vor allem als Treibgas in Spraydosen zum Einsatz.

Beteiligte Unternehmen am Projekt ALIGN-CCUS (“Accelerating Low Carbon Industrial Growth through Carbon Capture Usage and Storage”)

Germany: Asahi Kasei Europe GmbH, FEV Europe GmbH, FZ Jülich, Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe, RWE Power, RWTH Aachen UniversityThe Netherlands: Energy Research Center of Netherlands, Maasvlakte CCS Project, Rijksuniversiteit Groningen, TAQA Energy, TNO, University of LeidenNorway: Bellona, IFE, NORCEM/Heidelberg Cement, NTNU, SINTEF M&C, SINTEF Petroleum Research, Technology Centre Mongstad, Tel-Tek, YaraRomania: CO2 Club Association, GeoEcomar, NUSPA, PicOilUK: British Geological Survey, Heriot-Watt University, Imperial College London, Scottish Enterprise, Tees Valley Combined Authority, University of Edinburgh, University of SheffieldWeitere Informationen: http://alignccus.eu

Über den ERA-NET Cofund

Der ERA-NET Cofund ist eine Zusammenführung der ERA-NET-Instrumente aus dem 6. und 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union. Ziel ist es, nationale Programme strategisch zu koordinieren, indem Mitgliedstaaten, assoziierte Staaten und Drittstaaten eine gemeinsame Ausschreibung durchführen. Die Europäische Kommission unterstützt anteilig die Ausschreibung der beteiligten Staaten. Weitere Informationen: http://www.act-ccs.eu/

Über die RWE Power AG

Die RWE Power AG, Köln/Essen, betreibt im Rheinland drei Braunkohlentagebaue. Die Produktion dient überwiegend zur Stromerzeugung in den eigenen Kraftwerken. Sie wird aber auch zu festen Brennstoffen und Produkten für industrielle Spezialanwendungen veredelt. Darüber hinaus sind die rund 11.000 Beschäftigten der RWE Power AG für die Stromerzeugung auf Basis von Kernenergie und Wasserkraft verantwortlich. Die Kraftwerke des Unternehmens speisen eine Leistung von insgesamt mehr als 14 Gigawatt ins Netz ein.