Mülheim-Kärlich,
09
Mai
2019
|
23:59
Europe/Amsterdam

RWE Nuclear GmbH

Anlage Mülheim-Kärlich: Der Abriss des Kühlturms geht in die zweite Phase

  • Abbruchgerät verlässt den Kühlturm
  • Im Reaktorgebäude werden die Dampferzeuger demontiert
  • Weitere Geländeteile verkauft

Seit rund einem Jahr ist der Rückbau des ehemaligen Kernkraftwerks Mülheim-Kärlich von außen gut wahrnehmbar: Der Kühlturm ist auf fast die Hälfte seiner Höhe geschrumpft und ein großer Gebäudekomplex, bestehend aus dem über 40 Meter hohen ehemaligen Maschinenhaus und dem Schaltanlagengebäude mit der ehemaligen Leitwarte des Kraftwerks, ist verschwunden. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung für Vertreter der Kommunalpolitik informierte RWE heute über die nächsten Schritte beim Abbau des Kühlturms und weitere aktuelle Entwicklungen am Standort.

Abbruchroboter verlässt den Kühlturm

Der Abbruchroboter wird noch im Mai seine erfolgreiche Arbeit auf dem Kühlturm beenden und mittels Kran von der Kühlturmkante herunter gehoben werden. Für diesen, bereits im Vorfeld angekündigten Technikwechsel ab einer Höhe von ca. 80 Meter, sprechen mehrere Gründe: Zum einen kann mit Erreichen dieser Höhe konventionelle Abbruchtechnik zur Anwendung kommen, die einen sicheren und schnelleren Fortschritt verspricht und zudem vom Boden aus erfolgen kann. Zum anderen erschwert die zunehmende Neigung der Kühlturmwand eine komplikationsfreie Halterung für den Abbruchroboter.

Für den sicheren und zuverlässigen Abriss der verbleibenden etwa 80 Meter stehen mehrere gängige konventionelle Standardverfahren zur Verfügung. RWE wird zeitnah kommunizieren, welche Technik zum Einsatz kommt. Die Sicherheit aller Beteiligten hat auch bei dieser Entscheidung oberste Priorität.

Im Reaktorgebäude werden die Dampferzeuger demontiert

Seit Oktober letzten Jahres laufen im Reaktorgebäude planmäßig die sicheren Demontagearbeiten an den beiden großen Dampferzeugern (23 Meter lang, 4 Meter Durchmesser, jeweils 450 Tonnen Gewicht). Die Dampferzeuger werden in Einbaulage zerlegt, d.h. sie werden in Scheiben zersägt und die im Inneren vorhandenen Röhrchen werden in drei Meter lange Stücke geschnitten und in Container sicher verpackt. Diese Container sind für das Endlager Schacht Konrad bei Salzgitter, das schwach- und mittelradioaktive Abfälle annehmen wird, bestimmt.

Der Abbau der Dampferzeuger wird rund eineinhalb Jahre dauern. Im Anschluss steht dann die Demontage des ehemaligen Herzstücks der Anlage, des Reaktordruckbehälters, an. Hier laufen derzeit schon die vorbereitenden Planungen.

Weitere Geländeteile verkauft

Zu Beginn des Jahres wurde von den insgesamt 29 Hektar umfassenden Flächen eine etwa 3 Hektar große Teilfläche mit dem ehemaligen Werkstatt- sowie Lagergebäude an die Firma Castell Autokrane GmbH veräußert. Die Firma Castell wird damit ihren Hauptsitz aus Koblenz nach Mülheim-Kärlich verlagern.

Zur Erschließung des neuen Firmengeländes der Fa. Castell und der benachbarten Flächen baut RWE aktuell eine Straße mit Ver- und Entsorgungsanlagen. Die Fertigstellung der Anlagen ist für Juli 2019 geplant. Zurzeit verhandelt RWE über den Verkauf weiterer Grundstücksflächen, die bereits weit gediehen sind und teilweise kurz vor dem Abschluss stehen. Zur Verfügung stehen aktuell noch Flächen zwischen 0,3 und 3,5 Hektar.

Bereits 2017 konnte die 3 Hektar große Fläche des ehemaligen Betriebssportgeländes an die Firma IPLAS Innovative Plasma Systems aus Troisdorf verkauft werden. Das Technologieunternehmen stellt hoch effiziente Plasmaanlagen für Spezialbeschichtungen her und vertreibt diese weltweit.