Köln,
04
Juli
2017
|
16:27
Europe/Amsterdam

Artenvielfalt auch auf neuem Ackerland sichern

120 Experten bei Fachtagung zum Thema Rekultivierung

Über 120 Experten aus Wissenschaft, Behörden, Umweltverbänden und Unternehmen befassten sich in Bergheim mit der Artenvielfalt in der Rekultivierung. „Biodiversität gestalten und erleben“ lautete nicht nur das Motto dieser fünften Fachtagung, zu der die Forschungsstelle Rekultivierung der RWE Power eingeladen hatte. Artenvielfalt ist mittlerweile das Hauptziel aller, die sich mit natürlichen und von Menschenhand geschaffenen Lebensräumen befassen. Die Vereinten Nationen haben das laufende Jahrzehnt zur UN-Dekade der biologischen Vielfalt erklärt.

„Die biologische Vielfalt der Erde ist die Grundlage für unsere Ernährung und unsere Gesundheit“, betonte der Leiter der Sparte Tagebauentwicklung von RWE Power, Michael Eyll-Vetter, heute bei der Eröffnung der zweitägigen Veranstaltung. „Gerade die Schaffung von sogenannten Sekundärlebensräumen im Zuge des Bergbaus bietet viele Möglichkeiten, Grundlagen für Biodiversität zu legen.“ Um die Rekultivierung noch zielgerichteter und noch besser zu gestalten, sei ein permanenter fachlicher Austausch unter den Fachleuten notwendig. Auch dies war ein Ziel der Tagung, die vom Geschäftsführer der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, Thomas Muchow, moderiert wurde.

Der Aachener Landschaftsplaner Ralf Raskin berichtete über die Biodiversitäts-Strategie, die er zurzeit im Auftrag der RWE Power AG für die rheinischen Braunkohlentagebaue entwickelt. In der forstlichen Rekultivierung sei bereits ein großes Artenspektrum erreicht. Raskins Augenmerk liegt vor allem darauf, die nachweislich großen Potenziale der landwirtschaftlichen Rekultivierung als Lebensraum für hier zu Lande benachteiligte und damit seltene Tier- und Pflanzenarten systematisch zu erschließen. Durch gezielte Anlage und Bearbeitung möglichst vielseitiger Neulandflächen könnten dort Offenlandarten, wie die Feldlerche und das Rebhuhn, bis in die Zeit der Erwerbslandwirtschaft heimisch bleiben.

Unter den Referenten der Tagung waren auch Prof. Dr. Nina Farwig von der Universität Marburg und Prof. Dr. Karl-Heinz Erdmann vom Bundesamt für Naturschutz, die beide über umweltpolitische Aspekte der Artenvielfalt berichten.

Am zweiten Tag führten Exkursionen in die landwirtschaftliche Rekultivierung und zu sogenannten Extremflächen in der Rekultivierung. Dies sind zum Beispiel ungewöhnlich nährstoffarme Biotope, die eine ganz besondere und hier zu Lande seltene Tier- und Pflanzenwelt beherbergen.