Köln,
12
März
2019
|
16:05
Europe/Amsterdam

RWE Power AG

Bau von Entwässerungsanlagen im Bereich Kuckum, Unter- und Oberwestrich

Für die Fortführung des Tagebaus Garzweiler ist vorlaufend die Entwässerung des Untergrundes notwendig, um die Tagebauböschungen trocken zu halten. Aufgrund der Abbauführung Richtung Westen erfolgt daher in den kommenden Jahren die weitere Umsetzung betrieblicher Entwässerungsmaßnahmen. Betroffen davon sind die Ortschaften Keyenberg, Ober- und Unterwestrich sowie Kuckum.

Die geplanten Arbeiten umfassen Brunnenbohrungen, Leitungsbau und den Ausbau unbefestigter Wirtschaftswege.

Die Bohransatzpunkte richten sich nach hydrogeologischen und tagebauplanerischen Randbedingungen und sind über die Sümpfungserlaubnis Garzweiler abgedeckt. Hier wird zum einen der Entnahmebereich als auch die Sümpfungsmenge geregelt. Des Weiteren sind im Norden die Feuchtgebiete zu erhalten und werden dort über Einleitungen in das Grundwasser gestützt.

Von der in 2018 gehobenen Wassermenge wurde etwa die Hälfte wieder den Feuchtgebieten im Norden zurückgeführt. Des Weiteren wurde Ersatzwasser an die öffentliche Trinkwassergewinnung geliefert und ein gewisser Eigenbedarf z.B. für den Immissionsschutz benötigt. Die verbleibende Wassermenge wird von den Baunkohlekraftwerken zur Wasserversorgung verwendet. Das restliche Sümpfungswasser wird in die Erft eingeleitet.

Die bis 220 m tiefen Brunnen in Garzweiler werden im sogenannten Lufthebebohrverfahren erstellt. Hierbei wird beim Bohrvorgang in das wassergefüllte Bohrloch Luft eingeblasen, wodurch das anfallende Bohrgut mit dem Wasser-Luft-Gemisch nach oben transportiert wird. Das Bohrgut sedimentiert in einem Bohrteich und das Klarwasser wird dem Bohrloch wieder zurückgeführt. Das Bohrloch wird durch den hydrostatischen Wasserdruck stabilisiert, weshalb dieses zu jeder Zeit mit Wasser gefüllt sein muss. Hierzu wird eine aufwändige Bohrwasserversorgung aufgebaut. Die Bohrungen werden im 3-Schicht-Betrieb rund um die Uhr durchgeführt.

Nach Erstellung des Brunnens wird der Bohrplatz (ca. 75 x 40 Meter) rekultiviert und der Brunnenplatz (ca. 10 x 20 Meter) eingerichtet. Die Brunnenplätze sind für die Wartung und den Betrieb des Brunnens notwendig und verfügen über eine Zuwegung. Auf dem Brunnenplatz sind der Brunnenkopf sowie ein Schaltschrank zu sehen. Die Brunnenanlage wird durch einen Bauzaun gesichert.

Die Brunnen werden nach Inbetriebnahme regelmäßig befahren sowie Wartungs- und Reparaturarbeiten durchgeführt. Durchschnittlich 1-2 Mal pro Jahr und Brunnen muss die Pumpe gewechselt werden.

Für 2019 ist die Erstellung von ca. 9 Neuanlagen östlich von Keyenberg vorgesehen. Diese sind zum Großteil bereits gebohrt oder befinden sich in der Fertigstellung. Im aktuellen Bohrzeitplan werden die Brunnen in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung im Winterhalbjahr gebohrt. Zudem sind weitere 11 Bohrungen südlich und westlich von Keyenberg und zwischen den Ortschaften geplant. Auf Bohrtätigkeit in direkter Nachbarschaft werden Anwohner vor Baubeginn nochmals durch Wurfzettel hingewiesen. Darauf sind auch direkte Ansprechpartner des Bohrbetriebes vor Ort genannt. Daneben werden umfangreiche Immissionsschutzmaßnahmen durch Lärmschutzwände durchgeführt, um eine Lärmbelastung während der Bauphase zu begrenzen.

Im Jahr 2020 sind momentan weitere 13 Entwässerungsbrunnen sowie die Errichtung der erforderlichen Infrastruktur in der Nähe der Ortschaften geplant.

Zur Vorbereitung für die Bohrmaßnahmen werden in den kommenden Monaten Wegebaumaßnahmen sowie Rohrleitungsbaumaßnahmen durchgeführt. Die Arbeiten für die Wege- und Rohrleitungsbaumaßnahmen finden vorwiegend zwischen 6 Uhr bis 15 Uhr im Sommer sowie zwischen 7 Uhr und 16 Uhr im Winter statt.

Der Baustellenverkehr wird im Wesentlichen über Wirtschaftswege und neue Betriebswege abgewickelt. Eine Durchfahrt durch die Ortschaft ist nicht vorgesehen.

Alle Maßnahmen wurden durch die Bezirksregierung Arnsberg genehmigt. Die Stadt wurde am Genehmigungsverfahren beteiligt.

Sollte es während der Bauphasen zu Störungen oder Rückfragen kommen, können sich die betroffenen Bürger rund um die Uhr direkt an RWE Power unter der Telefonnummer:
• 02271 – 751101 (Betriebsüberwachung der Wasserwirtschaft)

wenden. Zusätzliche Auskünfte erteilt die Bergverwaltung in Düren unter der Telefonnummer
• 02421 – 94400 oder 0172 - 52 05 686

und die Stadt Mönchengladbach unter der Telefonnummer:
• 02161 – 258277.