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Köln/Essen,
01
Oktober
2018
|
11:06
Europe/Amsterdam

RWE Power AG

„Emil“ und „Friedrich“ einsatzbereit auf der Reservebank

  • Zwei Niederaußemer Kraftwerksblöcke in Sicherheitsbereitschaft

  • Mehr als 750 Beschäftigte setzen ein Zeichen für Braunkohle und Arbeitsplätze

  • RWE bleibt bei CO2-Minderung auf Kurs für mehr Klimaschutz

Es war die letzte reguläre Schicht für „Emil“ und „Friedrich“: Gestern Mittag sind die beiden300-Megawatt-Blöcke E und F des Kraftwerks Niederaußem planmäßig vom Netz gegangen. Bei starken Engpässen in der Stromversorgung können sie jedoch binnen zehn Tagen aktiviert werden. Am Ende der vierjährigen Sicherheitsbereitschaft werden sie endgültig stillgelegt. Die beiden Einheiten produzierten insgesamt 200 Milliarden Kilowattstunden Strom – genug, um die Einwohner der Millionenstadt Köln über 100 Jahre lang zu versorgen.

Mehr als 750 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – darunter zahlreiche Politiker aus der Region – sind heute ins Kraftwerk Niederaußem gekommen, um bei diesem Anlass ein Zeichen für die Braunkohle und für die damit verbundenen Arbeitsplätze zu setzen. Mit der Sicherheitsbereitschaft und der daraus resultierenden Effizienzsteigerung im gesamten Braunkohlebereich gehen rund 1.000 hochwertige Stellen allein bei RWE Power verloren; davon sind rund 400 mit der Niederaußemer Sicherheitsbereitschaft verbunden. „Diese Arbeitsplätze werden schrittweise und sozialverträglich abgebaut“, erklärte Lars Kulik, Vorstandsmitglied der RWE Power. „Dass die Blöcke über so eine lange Zeit mit so hoher Verfügbarkeit betrieben werden konnten, ist dem großen Engagement unserer Kraftwerksmannschaft zu verdanken“, so Kulik weiter.

„So verlässlich, wie wir mit den Blöcken Strom produziert haben, so verlässlich halten wir Zusagen ein und tragen zum Erreichen der Klimaziele bei“, erläuterte er weiter. Anders als andere Wirtschaftsbereiche liege die Energiewirtschaft in Deutschland auf Kurs und werde die Klimaziele für 2020 erreichen. Die Sicherheitsbereitschaft ist Teil des Fahrplans, mit demRWE Power ihren CO2-Ausstoß konsequent vermindert. Allein bis 2030 wird das Unternehmen die Emissionen um bis zu 50 % gegenüber 2015 reduzieren. Rund 5 Millionen Tonnen jährlich entfallen dabei auf die Blöcke E und F. Um einen ähnlichen Effekt im Verkehrssektor zu erreichen, müssten 5 Millionen Pkw mit Verbrennungsmotoren durch Elektroautos ersetzt werden.

Die Braunkohle wird als zuverlässiger Partner der Energiewende noch lange benötigt. Die flexiblen Kraftwerke helfen, die von Natur aus schwankende Leistung von Windkraft- und Solaranlagen auszugleichen. Hierzu hat RWE alle Blöcke in den vergangenen Jahren mit hochmoderner Technik ausgestattet.

Gerade Nordrhein-Westfalen ist als Industriestandort auf eine sichere, verlässliche und vor allem bezahlbare Energieversorgung angewiesen. An der Rheinschiene befinden sich viele energieintensive Betriebe, die mehrere hunderttausend Arbeitsplätze bieten. „Die Mitarbeiter der chemischen Industrie, der Aluminium- oder der Stahlindustrie schauen mit Argusaugen auf die Energiewende. Denn Strompreise sind ein entscheidender Standortfaktor. Wir wollen, dass die Energiewende gelingt und dass sie gleichzeitig den Wirtschaftsstandort Deutschland stärkt. Dazu setzen wir unsere Aufgaben in der Sicherheitsbereitschaft um. Dafür sorgt die bezahlbare und zuverlässige Stromproduktion in unseren Kraftwerken“, so Lars Kulik.

„Wir schicken ‚Emil‘ und ‚Friedrich‘ jetzt auf die Reservebank. Bei einer Versorgungskrise können wir sie zurück ins Spiel holen. Diese Einsatzbereitschaft garantieren wir, indem die Kolleginnen und Kollegen alle notwendigen Konservierungs- und Wartungsmaßnahmen am Standort sorgfältig vornehmen“, versichert Michael Wagner, Leiter des Kraftwerks Niederaußem. Die hierdurch entstehenden Sach- und Personalkosten werden durch die zuständige Bundesnetzagentur vergütet. „Geld verdienen wir mit der Sicherheitsbereitschaft nicht“, betont Wagner.

Mit der Sicherheitsbereitschaft werden die Vorgaben der Bundesregierung aus dem Energiewirtschaftsgesetz von 2015 umgesetzt. Es schreibt den deutschen Kraftwerksbetreibern vor, dass sie insgesamt 2.700 Megawatt auf Basis von Braunkohle in eine vierjährige Sicherheitsbereitschaft versetzen müssen. Bereits vor einem Jahr hat RWE Power deshalb die beiden letzten aktiven Blöcke des Kraftwerks Frimmersdorf konserviert. Zum 1. Oktober 2019 folgt Block C des Kraftwerks Neurath. Insgesamt sind bei RWE Power 1.500 Megawatt Kraftwerkskapazität betroffen.