Köln/Essen,
20
Mai
2019
|
11:09
Europe/Amsterdam

Gute Aussichten

  • Merken hat den Überblick über den Tagebau Inden

Diese drei Strandkörbe werden weder geklaut noch angezündet: Sie sind aus massivem Stahl, ihre Sitzbänke sind aus Eisen, und jeder von ihnen wiegt um die sechs Tonnen. Die drei ausgedienten Baggerschaufeln eines 100.000ers stehen seit einigen Wochen auf dem östlichen Immissionsschutzwall des Tagebaus Inden und somit buchstäblich auf der Höhe von Merken. Dort wurde am Sonntag der mittlerweile siebte Aussichtspunkt von RWE Power offiziell eingeweiht.

Dem Besucher liegt der Tagebau zu Füßen, dessen oberste Sohle sich unterhalb erstreckt. In der Ferne sieht man den Abnehmer der Indener Braunkohle, das Kraftwerk Weisweiler, sämtliche Fördergeräte und die Goltsteinkuppe.

Über die Jahre wird sich die Ansicht ändern: Dann schwenkt der Tagebau südwärts auf die A4 zu und Absetzer stellen die Böschungen für den künftigen Indesee her. „Schon jetzt wird die ganze Geometrie unseres Tagebaus stark vom künftigen See geprägt“, berichtete Tagebauleiter Andreas Wagner den rund 50 Bürgerinnen und Bürger aus Merken. Die Nähe zu dem Dürener Ortsteil ist wegen gelegentlicher Staubbelästigungen nicht immer unproblematisch. Dennoch freuten sich viele Merkener über den Aussichtspunkt; er ist wie die Infotafeln am Geländer ein Symbol für Transparenz und Auskunftsbereitschaft und damit für die gute Nachbarschaft, die der Tagebau mit den Merkenern pflegt.