14
Juni
2013
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00:00
Europe/Amsterdam

Heizkraftwerk Dortmund: Kran nimmt 100 Tonnen schwere Vorschaltgasturbine an den Haken

Gemeinschaftsprojekt von DEW21 und RWE Generation soll im November den kommerziellen Betrieb aufnehmen

100 Tonnen Hightech hat ein Spezialkran am Heizkraftwerk Dortmund an den Haken genommen: Die neue Vorschaltgasturbine (VGT) – ein Gemeinschaftsprojekt von RWE Generation, der Erzeugungstochter im RWE Konzern, und der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21) – ist auf einem Spezialtransporter am Standort eingetroffen und wird nun auf eine Verschubbahn gehoben, um sie so in ein eigens dafür umgebautes Gebäude, das VGT-Maschinenhaus, zu bringen. Danach wird die Turbine von Spezialisten der beauftragten Partnerfirmen mit den Anlagen des Heizkraftwerkes – also Kessel, Leitwarte und elektrische Anlagen – verbunden und anschließend in Betrieb genommen. Anfang November soll die VGT mit einer elektrischen Leistung von 14 Megawatt die kommerzielle Stromerzeugung aufnehmen. 

Mit der in Schweden gefertigten Turbine, die per Schiff und Spezialtransporter zur Weißenburger Straße gelangt ist, werden gleich mehrere Ziele erreicht: geringerer CO2-Austoß, bessere Brennstoffausnutzung und eine Erweiterung der Stromproduktion in Kraft-Wärme-Kopplung. Dafür nehmen die beiden Unternehmen, die zu je 50 Prozent beteiligt sind, 14 Millionen Euro in die Hand. Der Vertrag für das Ausbauprojekt war im Sommer vergangenen Jahres unterzeichnet worden. „Gemeinsam investieren wir in innovative Technik zur Steigerung der Energieeffizienz hier in Dortmund“, erklärt Bernd Heinz, Prokurist Energiewirtschaft und Unternehmensentwicklung von DEW21. Und weiter: „Mit dem Gemeinschaftsprojekt wird die Fernwärmeversorgung unserer Kunden in Zukunft noch ökologischer.“

„Durch die neue Turbine unterstützen wir den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung als ein wesentliches Ziel der Energiewende“, betont RWE-Kraftwerksleiter Hans Dieter Ritter. „Für konventionelle Kraftwerke sind die Rahmenbedingungen sehr schwierig geworden. Die VGT hilft uns, unseren Standort besser am Markt zu etablieren.“ Das Kraftwerk, in dem 23 Menschen beschäftigt sind, sichert derzeit mit vier gasgefeuerten Kesseln – Gesamtwärmeleistung: 300 Megawatt – die Fernwärmeversorgung von Dortmund und speist mehr als 300 Millionen Kilowattstunden pro Jahr in das Fernwärmenetz ein. Angebunden sind unter anderem die Innenstadt, das Klinikum Dortmund sowie Gewerbe- und Industriebetriebe.

Mit dem Ausbau wird die Stromerzeugung in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) deutlich steigen: bislang werden etwa 10.000 Haushalte versorgt, 35.000 sollen hinzukommen. Weiterer positiver Effekt: Durch den hohen Grad der Energieausnutzung wird im Vergleich zu älteren Anlagen ohne KWK eine CO2-Einsparung von bis zu 36.000 Tonnen pro Jahr erzielt: Das entspricht den CO2-Emissionen von rund 17.000 Pkw.