25
Mai
2016
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00:00
Europe/Amsterdam

Junge Wanderfalken wachsen auf Schornstein des Kraftwerks heran

Gut ernährt, frei von Parasiten und kerngesund: Das war das einstimmige Votum der Naturschutz-Fachleute, die Mitte Mai (Di, 10.05.) zwei junge Wanderfalken auf dem Schornstein des Müllheizkraftwerks Karnap untersucht, vermessen und beringt haben. Die Brutkiste steht in einem hochgelegenen Raum im Inneren des 200 Meter hohen Schornsteins; die Eltern erreichen sie von außen durch eine kleine Öffnung in der Betonschale und versorgen ihre Jungen mit Nahrung. Menschen kommen fast nie dorthin. "Die Vögel fühlen sich da oben sicher. Sie stören sich kein bisschen an der industriellen Umgebung ihres Brutplatzes", berichtet Elektrotechniker Dirk Bucher, der sich mit seinem Team liebevoll für die Wanderfalken engagiert. Die etwa einen Monat alten Jungvögel sind zurzeit jeweils gut 600 Gramm schwer, verlieren bald ihren Flaum und bilden schon die ersten Federn aus.

Kerstin Fleer und Thorsten Thomas von der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz sowie die RWE-Mitarbeiter freuten sich über den guten Gesundheitszustand der Jungvögel. Der Wanderfalke gehört zu den streng geschützten Vogelarten im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes. Ihr Bestand erholt sich seit dem Verbot des Unkrautgifts DDT und dem Ende der illegalen Jagd auf sie allmählich. Zudem engagieren sich die Naturschützer mit Nisthilfen und Nest-Kontrollen dafür, dass der Nachwuchs gute Überlebenschancen hat - so auch im Kraftwerk Karnap. Dort erreichten sie das Nest mit dem Bauaufzug im Inneren des Schornsteins. Die Mitarbeiter der Werkstatt können den Wanderfalken dank einer Infrarot-Überwachungskamera bei der Brutpflege zusehen. Wanderfalken brüten regelmäßig in vielen Betrieben von RWE - zum Beispiel auf Schaufelradbaggern in den Tagebauen.

Die Namen der Personen auf dem Gruppenfoto 2823 sind (vl): Kerstin Fleer, Thorsten Thomas, beide AG Wanderfalkenschutz NRW, Sebastian Daschek und Dirk Bucher, beide RWE Power.