Köln/Essen,
26
Juni
2019
|
14:04
Europe/Amsterdam

RWE Power AG

Kernkraftwerk Emsland: Anlagenrevision abgeschlossen, Anlage wieder am Netz

  • Reaktorkern mit 40 frischen Brennelementen beladen
  • 5.500 Arbeitsaufträge, 890 Prüfungen, keine Arbeitsunfälle
  • Unvorhergesehener Generatortausch sorgte für Verzögerung

Das Kernkraftwerk Emsland (KKE) ist am 26. Juni 2019 mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde nach erfolgreichem Brennelementwechsel und dem Abschluss aller Revisionsarbeiten und Prüfungen ans Netz gegangen. Gegen Abend soll die Anlage den Volllastbetrieb erreicht haben.

Während der Revision durchlief das KKE ein intensives Wartungs- und Prüfprogramm. Im Zuge des Brennelementwechsels wurde der Reaktorkern mit 40 frischen Brennelementen beladen. Alle Arbeiten, die mit der nuklearen Sicherheit in Verbindung stehen, wurden durch die atomrechtlich verantwortliche Aufsichtsbehörde sowie durch Sachverständige des TÜV engmaschig begleitet und überwacht. Nachdem die Behörde sich in einer ausführlichen Endabnahmeprüfung vom ordnungsgemäßen Zustand der Anlage überzeugt hat, erteilte sie ihre Zustimmung zum Wiederanfahren.

Während der Revision wurden drei meldepflichtige Befunde festgestellt. Diese wurden dem niedersächsischen Umweltministerium fristgerecht gemeldet und mit einer Pressemitteilung bekannt gemacht. Nach der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen (INES) sind alle drei Befunde der Stufe 0 (unterhalb der Skala = keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung) zuzuordnen. Sie hatten somit keine Auswirkungen auf Personen, auf die Umgebung oder die Funktionsfähigkeit der Systeme.

Im Zuge der Revision hat die KKE-Stammbelegschaft zusammen mit rund 1.200 externen Fachkräften - darunter Mitarbeiter von Partnerfirmen aus der Region Emsland und Grafschaft Bentheim - mehr als 5.500 Arbeitsaufträge abgearbeitet und rund 890 wiederkehrende Prüfungen erfolgreich absolviert.

Dabei stand die Sicherheit an erster Stelle. Kraftwerksleiter Wolfgang Kahlert betont: „Trotz der Vielzahl unterschiedlichster Revisionsschritte kam es zu keinen Arbeitsunfällen. Das bestätigt uns in unseren täglichen Bemühungen, die Arbeitssicherheit auf der Anlage stetig zu überprüfen und zu verbessern.“

Unvorhergesehen musste der Generator getauscht werden, der im nicht-nuklearen Teil der Anlage steht. Dadurch verlängerte sich die Revision um rund zwei Wochen. Bei den Reparaturarbeiten erhielt das KKE Unterstützung vom RWE-Kraftwerkstandort Hamm/Westfalen. „Von dort konnten uns kurzfristig zusätzliche Experten zur Verfügung gestellt werden“, so Kahlert. „Dadurch konnten wir die Arbeiten am Generator schnellstmöglich planen und umsetzen.“

Der Leiter der Anlage zeigte sich mit dem Verlauf der Revision sehr zufrieden. Er lobte das Engagement aller Beteiligten, die das umfangreiche Maßnahmenpaket hoch konzentriert abgearbeitet haben.

Das Kraftwerk kann nun ein weiteres Jahr lang rund 3,5 Millionen Haushalte sicher und zuverlässig zu jeder Tages- und Nachtzeit flexibel mit CO2-freiem Strom versorgen.

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