Lingen,
22
Mai
2018
|
14:05
Europe/Amsterdam

RWE Nuclear GmbH

Kernkraftwerk Emsland: Befund an einem vierfach vorhandenen Notspeise-Notstromdiesel

Bei einer monatlich wiederkehrende Funktionsprüfung an einem der vierfach vorhandenen Notspeise-Notstromdiesel wurde eine geringe Veränderung im Schwingungsverhalten festgestellt. Aus diesem Grund wurde die Komponente am 15. Mai 2018 zur Ursachenklärung überprüft. Hierbei wurde ein Defekt an Schrauben im Bereich der Befestigung der Schwungscheibe festgestellt. Zwei von 11 Schrauben waren gebrochen, drei weitere zeigten erkennbare Anrisse. Alle 11 Schrauben wurden umgehend ausgetauscht und zur Ursachenklärung in das RWE-Werkstofflabor und an das Labor des Motorherstellers gesendet. Nach einer erfolgreichen Funktionsprüfung mit Schwingungsmessungen steht der Diesel wieder zur Verfügung.

Bei den übrigen drei Notspeise-Notstromdieseln ist das Laufverhalten unauffällig. Die vorsorgliche Überprüfung eines weiteren Diesels bestätigten den einwandfreien Zustand. Die verbleibenden zwei Notspeise-Notstromdiesel werden im Rahmen der in drei Tagen beginnenden Revision ebenfalls vorsorglich überprüft. Die Notspeise-Notstromdiesel sind Bestandteil des Sicherheitssystems des Kernkraftwerkes. Die Aggregate haben die Aufgabe, im Anforderungsfall eine unabhängige Bespeisung der Dampferzeuger und eine weitere eigene getrennte Notstromversorgung für die Sicherheitssysteme bereitzustellen.

Das Vorkommnis wurde gemäß den deutschen Meldekriterien in die Kategorie N (Normal) eingestuft und dem niedersächsischen Umweltministerium als Aufsichtsbehörde fristgerecht innerhalb von fünf Werktagen gemeldet. Nach der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen (INES) ist es der Stufe 0 (unterhalb der Skala = keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung) zuzuordnen. Eine Gefährdung des Personals, der Umgebung oder der Anlage lag zu keiner Zeit vor.