Köln/Essen,
19
April
2018
|
14:00
Europe/Amsterdam

RWE Power AG

KKW Mülheim-Kärlich: RWE startet Kühlturmabriss

  • Neue Technik im Einsatz: 162-Meter-Turm wird von Roboter schichtweise abgetragen

  • Beim Abriss fallen 18.000 Tonnen Bauschutt an

Die Vorbereitungen für den Rückbau des Kühlturms auf dem Gelände des ehemaligen RWE-Kernkraftwerks Mülheim-Kärlich laufen auf Hochtouren. Der Turm ist das mit 162 Metern höchste Industriebauwerk in der Region. Erstmals werden die 2004 angelaufenen Rückbauarbeiten von außen sichtbar.

RWE-Projektleiter Olaf Day betont: „Die Arbeiten auf der Krone des Kühlturmes stellen Mensch und Technik vor außergewöhnliche Herausforderungen. Dabei geht Sicherheit vor Schnelligkeit. Wind und Wetter geben das Tempo vor.“

Für den Abriss des Kühlturms setzt RWE auf ein Verfahren, dessen Basistechnologie bislang nur bei Industrieschornsteinen zum Einsatz kam. Das Spezialgerät wurde zusammen mit vielen der Hebe- und Montagevorrichtungen eigens für Mülheim-Kärlich daraus weiterentwickelt. Zunächst muss noch ein Prüfstatiker vor Ort die Tragfähigkeit der Vorrichtungen bestätigen. Dann kann das zehn Tonnen schwere Gerät auf die Arbeitsebene in 162 Meter gehoben werden. Im Einsatz fährt das mechanisierte Abbruchgerät GPS-überwacht auf der Turmkrone. Dabei trägt es pro Runde etwa drei Meter Höhe ab. Den Greifarm und das Fahrwerk des Gerätes steuern je zwei Maschinenführer per Funk. Während der Arbeiten sitzen sie in einem von zwei Kontrollständen, die jeweils auf der gegenüberliegenden Seite der Turmkrone angeordnet sind. Die Maschinenführer verfolgen jede Bewegung in Echtzeit auf ihren Kontrollbildschirmen.

Die Abrissgenehmigung für den Kühlturm liegt seit Januar 2017 vor. Die Vorarbeiten starteten im Juni 2017. Seitdem wurden das Gebäude der ehemaligen Wasseraufbereitung sowie zwei weitere Gebäude unmittelbar am Kühlturm abgerissen. Zudem wurde das Rieselwerk im Innern des Kühlturms abgebrochen – eine 16 Meter hohe Betonkonstruktion, die die gesamte Grundfläche des Kühlturms ausfüllte.

Insgesamt werden bei dem Rückbau des Kühlturms rund 18.000 Tonnen Bauschutt anfallen. Der wird anschließend wiederverwertet, etwa im Straßenbau oder bei der Produktion von Betonfertigteilen. Geplant ist, den Kühlturm bis Ende des Jahres vollständig abzutragen. Der Rückbau des gesamten Kernkraftwerks dauert voraussichtlich bis in die zweite Hälfte der 2020er Jahre an.

 

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