Biblis,
03
Juni
2019
|
13:34
Europe/Amsterdam

Mehr als 99 Prozent der Radioaktivität aus beiden Blöcken entfernt

Kraftwerk Biblis: Brennstofffreiheit erreicht – Castor-Beladekampagne erfolgreich abgeschlossen

Am Wochenende hat der letzte von insgesamt 28 Castor-Behältern die Materialschleuse des Reaktorgebäudes von Block B verlassen. Damit sind im abgeschalteten Kraftwerk Biblis in beiden Blöcken mehr als 99 Prozent der Radioaktivität aus der Betriebszeit entfernt. Block A ist bereits seit Ende 2016 brennstofffrei. „Das Ausschleusen des letzten Brennstoffs ist ein bedeutender Meilenstein für RWE in Biblis. Er zeigt: Wir liefern im Rückbau und neben der Brennstofffreiheit machen wir uns auch daran, parallel zum Abbau der Anlagen, die radioaktiven Abfälle, die nach Konrad gehen werden, fachgerecht zu verpacken und zügig bereitzustellen. Genau das ist im Interesse eines unverzüglichen Rückbaus, zu dem wir stehen und der auch im Interesse der Region ist", freut sich Nikolaus Valerius, als Vorstandsmitglied der RWE Power AG für die Sparte Kernenergie verantwortlich. Matthias Röhrborn, Leiter der Bibliser Anlage, ergänzt: „Auf diesen Meilenstein hat unsere Mannschaft in den letzten Jahren konzentriert hingearbeitet. Der jetzt erreichte Anlagenzustand schafft die besten Voraussetzungen für einen zügigen und sicheren Abbau unserer Blöcke".

Seit Ende 2015 wurden 23 Castoren in Block A und 28 Castoren in Block B abgefertigt, in das dafür vorgesehene Standortzwischenlager verbracht und an die Überwachungs-einrichtungen angeschlossen. Die Verantwortung für das Zwischenlager wurde zum Jahresbeginn an die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) übertragen. Mit insgesamt 51 Castor-Behältern konnte somit die bisher größte zusammenhängende Beladekampagne in Deutschland ohne Auffälligkeiten erfolgreich abgeschlossen werden. „Unsere gute personelle sowie technische Vorbereitung waren ein entscheidender Faktor, um die Brennstofffreiheit realisieren zu können. Dabei lag der Fokus, wie auch beim Abbau, stets auf der Sicherheit beim Beladen und Transportieren der Behälter", so Röhrborn weiter.

Während der mehr als drei Jahre dauernden Beladekampagne wurde teilweise im Schichtbetrieb rund um die Uhr gearbeitet. Dabei war ein motiviertes und erfahrenes Team gemischt aus Handhabungsexperten und Strahlenschützern, unterstützt von Fachleuten mehrerer Partnerfirmen, im Einsatz. Darüber hinaus wurden die Arbeitsschritte von unabhängigen Gutachtern im Auftrag der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem hessischen Umweltministerium, überwacht. Im Vorfeld der Beladung hatte RWE umfangreiche Maßnahmen umgesetzt. Das Personal wurde für die bevorstehenden Aufgaben intensiv geschult, ein neuer Transportwagen sowie Bodenstoßdämpfer wurden angeschafft und die vorhandenen Hubgerüste und Kräne wurden ertüchtigt.