05
April
2013
|
00:00
Europe/Amsterdam

Kraftwerk Westfalen: Vorbereitungen für das erste Kohlenfeuer laufen auf vollen Touren

40.000 Tonnen Steinkohle für Testlauf angeliefert

Im Kessel von Block D des Kraftwerksneubaus Westfalen soll bald das erste Kohlenfeuer brennen. Rund 40.000 Tonnen Steinkohle sind dafür in den letzen Wochen auf den Lagerplatz angeliefert worden. In einigen Wochen soll der Brennstoff auf der Kraftwerksbaustelle in Hamm erstmalig zum Einsatz kommen. Damit rückt die Fertigstellung der Doppelblockanlage einen großen Schritt näher. 

Zum Start der so genannten „heißen Inbetriebnahme“ wurden seit Dezember 2012 die insgesamt 16 Zündölbrenner von Block D erfolgreich getestet. Sie sind für das Anfahren der Steinkohlenblöcke nötig: Damit die Kohle zündet, muss die Kraftwerksmannschaft zuerst eine Brennraumtemperatur von rund 650 Grad Celsius im Kessel erzeugen. Die gelagerte Kohlemenge reicht aus, um den Kessel für rund 170 Volllaststunden einzuheizen und testen zu können. 

Kraftwerksleiter Dr. Stefan Laarmann: „Die Inbetriebnahme-Mannschaft und das gesamte Team der Bauleitung arbeiten auf Hochtouren, damit wir in den nächsten Monaten mit dem ersten Kohlefeuer im Kessel einen weiteren großen Meilenstein für die Fertigstellung des Kraftwerks erreichen“.

Um das Kraftwerk später mit voller Leistung zu betreiben, kommen vier Kohlemühlen zum Einsatz. Darin wird die Steinkohle vor dem Verfeuerungssprozess zu Staub gemahlen, um eine optimale Verbrennung zu erzielen. Während der heißen Inbetriebnahme werden neben den Kohlemühlen auch Sicherheitseinrichtungen am Kessel und am Dampferzeuger geprüft sowie die Anbindung an die Warte, dem Gehirn der Anlage, optimiert. Dort werden im laufenden Betrieb pro Sekunde rund 7.000 Signale zu den Ablaufprozessen im Kraftwerk eingehen und elektronisch verarbeitet.

Block D der Doppelblockanlage soll Ende 2013 ans Netz gehen, Block E dann zeitnah folgen. Sie erreichen zusammen eine maximale Leistung von 1.600 Megawatt. Mit einem Wirkungsgrad von 46 Prozent werden sie gegenüber dem bisherigen Durchschnitt deutscher steinkohlegefeuerter Kraftwerke eine um circa 20 Prozent geringere spezifische CO2-Emission aufweisen, das sind 2,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid weniger pro Jahr.