07
Juli
2013
|
00:00
Europe/Amsterdam

Kraftwerksstandort Westfalen feiert 50. Geburtstag: Neue Doppelblockanlage sichert Zukunft des Standorts

OB Thomas Hunsteger-Petermann: „Kraftwerk leistet seit vielen Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg der Region."

Das Steinkohlenkraftwerk Westfalen feiert Geburtstag! 1963, dem Jahr der großen Reden von John F. Kennedy („Ich bin ein Berliner“) und Martin Luther King („I have a dream“), nahm das Kraftwerk in Hamm-Uentrop mit den Blöcken A und B die Stromerzeugung auf. Block A wurde erstmals am 30. Juli, Block B am 5. Dezember 1963 mit dem Stromnetz verbunden. Bis Februar 2011 sollten sie mit einer Kapazität von 320 Megawatt für Versorgungssicherheit sorgen. Kuriosität am Rande des Kraftwerksbaus: Bei Ausschachtungsarbeiten für die Kühlwasserzufuhr wurden in acht Metern Tiefe rund 100.000 Jahre alte Knochenreste eines eiszeitlichen Mammuts und eines vorzeitlichen Wollnashorns gefunden. In den Zeiten des Wirtschaftswunders stieg der Strombedarf ständig. Vor allem die Schwerindustrie forderte immer mehr „Saft“. Um dem gerecht zu werden, ging 1969 Block C mit einer Leistung von 305 Megawatt ans Netz. In den 50 Jahren seines Bestehens hat der Standort Hamm fast 170 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt – eine Menge die ausreicht, um alle privaten Haushalte in Deutschland mehr als ein Jahr lang mit elektrischer Energie zu versorgen. 

Darauf können alle Beteiligten stolz sein – und deshalb lud das Kraftwerk Mitarbeiter und Pensionäre am Samstagabend zu einer kleinen Feierstunde. Dabei hob Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann die gute Partnerschaft zwischen Stadt Hamm und Kraftwerk hervor: „Das Kraftwerk Westfalen leistet seit vielen Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg der Region.“ Roger Miesen, im Vorstand der RWE Generation für die Steinkohlen- und Gaskraftwerke verantwortlich, wies auf die enge Verbindung von Kraftwerk und Region hin. „Wir sind froh über die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Denn ohne diese gute und bewährte Nachbarschaft wäre der Betrieb einer solchen Anlage über so eine lange Zeit gar nicht machbar gewesen“, so Miesen. Er zollte den Mitarbeitern – aktiven wie auch Pensionären – Respekt: „Einen Kraftwerksstandort über ein halbes Jahrhundert sicher zu betreiben und kontinuierlich für die Anforderungen der Zukunft fit zu machen, das geht nur mit einer engagierten und hoch motivierten Mannschaft. Und die hatten und haben wir hier am Standort!“ Dem stimmte der Betriebsratsvorsitzende Leonhard Zubrowski zu: „Bei uns arbeiten hochqualifizierte Kolleginnen und Kollegen. Hier herrscht vor allem ein Teamgeist, mit dem wir auch schwierige Zeiten gemeinsam durchgestanden haben. Und das wird uns auch weiter auszeichnen.“ 

Aktuell produziert Block C Strom – vornehmlich auf Basis Steinkohle, anteilig kommen auch Sekundärbrennstoffe zum Einsatz. Die Anlage ist mit neuester Leittechnik ausgestattet worden, so dass sie heute wesentlich flexibler gefahren werden kann und so die schwankenden Einspeisungen der erneuerbaren Energien ausgleichen. Außerdem hat RWE von 2009 bis 2012 über 55 Millionen Euro in Maßnahmen zum Schutz der Umwelt wie etwa den Fischschutz am Kühlwasser- Einlaufbauwerk der Lippe investiert. 

Einblicke in die Vergangenheit der Stromerzeugung bietet die DASA, die Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund. Denn dort steht die Leitwarte des Kraftwerks, die 1996 durch eine modernere ersetzt worden ist. Dass der Standort allerdings auf Zukunft setzt, dafür sorgen die sich im Bau befindlichen Blöcke D und E, die über eine Gesamtleistung von 1.600 Megawatt verfügen. Sie können nach der Fertigstellung rund 3,2 Millionen Haushalte mit Strom versorgen. Mit einem Nettowirkungsgrad von 46 Prozent reduzieren sie die CO2-Emissionen gegenüber Altanlagen um 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr. Das Kraftwerksprojekt mit einem Investment von rund 2,4 Milliarden Euro, das RWE Generation gemeinsam mit 23 Stadtwerkepartnern (GEKKO) realisiert, setzt auch wichtige Impulse für Wirtschaft und Arbeitsmarkt in der Region. Die Mitarbeiter der Blöcke A und B haben hier neue Beschäftigung gefunden: „Die gesamte Mannschaft unterstützt mit ihrem Know-how die derzeit laufende Inbetriebnahme der neuen Doppelblockanlage und wird an einem speziellen Simulator für den Betrieb ausgebildet“, so Kraftwerksleiter Dr. Stefan Laarmann. „Wir wollen gemeinsam dafür sorgen, dass die schon fünf Jahrzehnte währende Geschichte unseres Standorts um weitere erfolgreiche Kapitel verlängert werden kann.“