17
Januar
2013
|
00:00
Europe/Amsterdam

Pilotprojekt zur CO2-Abscheidung im Kraftwerk Aberthaw in Wales: erste Tonne CO2 separiert

Die Pilotanlage zur CO2-Abscheidung im Kraftwerk Aberthaw – die erste Anlage ihrer Art in Wales und eine der größten, die bisher in Großbritannien gebaut wurde – hat den Betrieb aufgenommen und die erste Tonne CO2 aus dem Rauchgas des Kraftwerks erfolgreich abgetrennt. 

Die erste Abscheidung markiert den Start der finalen Inbetriebnahmephase für die Anlage, in der die CO2-Abscheidungstechnologie von Cansolv Technologies, einem Unternehmen des Shell-Konzerns, getestet wird. Nach Abschluss der Inbetriebnahme sollen circa 50 Tonnen CO2 pro Tag aus den Rauchgasen von Aberthaw abgeschieden werden; das entspricht etwa der Menge CO2, die bei der Erzeugung von 3 MW Strom entsteht. 

Das Kraftwerk Aberthaw gehört zur Flotte der RWE Generation SE, in der seit dem 1. Januar die Erzeugungseinheiten von RWE Power in Deutschland, RWE Essent in den Niederlanden und RWE npower in Großbritannien gebündelt sind. Kevin Nix, Leiter des Bereichs Steinkohle und Gas in Großbritannien, erläutert: „Unsere Versuchsanlage in Aberthaw wird uns wertvolle Daten zur Wirtschaftlichkeit der CO2-Abscheidung im großtechnischen Maßstab liefern. Darüber hinaus wird sie uns dabei helfen besser zu verstehen, wie diese Technologie zur Reduzierung von CO2-Emissionen in Kohlenkraftwerken einzusetzen ist.“

Matthias Hartung, CEO der RWE Generation, führt aus: „RWE verfügt heute über höhere Kapazitäten im Bereich der erneuerbaren Energien sowie einen größeren und effizienteren gasbefeuerten Kraftwerkspark als jedes andere Energieunternehmen in Großbritannien. Zudem sind wir Vorreiter bei Investitionen in neue Energietechnologien. Die Versuchsanlage zur CO2-Abscheidung ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer Technologievielfalt, die wir zur Schaffung eines modernen, effizienten und vielfältigen Energieportfolios benötigen, mit dem die Kontinuität der Versorgung sichergestellt und Kosten sowie CO2-Emissionen gesenkt werden können.“ 

RWE Generation wird die Technologie weiter optimieren. Die Anlage soll dazu genutzt werden, die praktischen Auswirkungen des kommerziellen Betriebs auf den normalen Kraftwerksprozess kennenzulernen. Auch die Umwelteigenschaften sollen beurteilt werden. RWE wird mit der Umweltagentur zusammenarbeiten, um die Umweltaspekte der Technologie zu eruieren und zu bewerten. 

Der Betrieb der Versuchsanlage zur CO2-Abscheidung ist ein weiterer Meilenstein des Investitionsprogramms, das RWE zur Reduzierung von CO2-Emissionen in Großbritannien auf den Weg gebracht hat. In den letzen Jahren hat das Unternehmen mehr als 3,5 Milliarden Pfund (4,2 Milliarden Euro) in Großbritannien investiert. So hat im September 2012 in Pembroke ein neues Gas- und Dampfturbinenkraftwerk den kommerziellen Betrieb aufgenommen; das Investitionsvolumen betrug 1 Milliarde Pfund. Zudem hat RWE npower 2011 in Tilbury das Projekt zur Umstellung des Kraftwerks von Kohle auf 100% nachhaltige Holzpellets umgesetzt. Und in Aberthaw hat RWE erhebliche Investitionen für umwelttechnische Verbesserungen in den Bereichen Rauchgasentschwefelung, Dampfturbinen sowie Biomassefeuerung getätigt. 

Die Pilotanlage in Aberthaw ist Teil der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von RWE Generation im Kraftwerksbereich. Am Standort Niederaußem betreibt das Unternehmen das Innovationszentrum Kohle, in dem unterschiedliche Projekte zu den Themen CO2-Abscheidung und CO2-Nutzung mit Partnern wie Siemens, Linde, Bayer und BASF vorangetrieben werden.