Lingen,
01
Juni
2017
|
11:52
Europe/Amsterdam

Planmäßiger Abschluss der Revision im Kernkraftwerk Emsland

Erneut wurden mehr als 19 Millionen Euro in die Anlage investiert.

Nach einem ca. dreiwöchigen Revisionsstillstand ist das Kernkraftwerk Emsland mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde wieder angefahren und heute mit dem Stromnetz synchronisiert worden.

„Erneut haben wir mehr als 19 Millionen Euro in die Anlage investiert. Das Kraftwerk ist damit optimal auf das kommende Betriebsjahr vorbereitet", berichtet Dr. Jürgen Haag, Leiter des Kernkraftwerks.

Ca. 1.300 Fachkräfte von Partnerfirmen zum Teil aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim unterstützten die ca. 5.100 akribisch geplanten Arbeiten. „Die Ergebnisse der ca. 820 an den Brennelementwechsel gebundenen Wiederkehrenden Prüfungen zeigten, dass das Kraftwerk in einer sehr guten Verfassung ist", so Haag weiter.

Ein Großteil dieser Prüfungen wurde vor Ort durch ca. 50 Sachverständige im Auftrag des Niedersächsischen Umweltministeriums begleitet und bewertet. Nur nach ordnungsgemäßer Durchführung und Prüfung erteilt die Aufsichtsbehörde die Zustimmung zum Wiederanfahren des Kraftwerks.

„Neben guter Vorbereitung der Arbeiten ist ebenfalls ein vertrauensvolles Miteinander von Partnerfirmen- und Eigenpersonal für eine Revision dieser Größenordnung unabdingbar.

Für den insgesamt sehr guten Verlauf der Revision möchte ich allen Beteiligten meinen Dank aussprechen", so Dr. Jürgen Haag.

Im Rahmen der Revision wurden 44 der insgesamt 193 Brennelemente des Reaktorkerns durch neue ersetzt. Mit dem eingesetzten Brennstoff können rund 3,5 Millionen Haushalte bei einem Verbrauch von 3.500 kWh ein weiteres Jahr zuverlässig und klimaneutral mit elektrischer Energie versorgt werden.

Aus der Vielzahl der routinemäßigen Inspektionen während der Anlagenrevision ergaben sich zwei meldepflichtige Befunde.

An drei Brennelementen wurde jeweils eine gebrochene Niederhaltefeder festgestellt. Diese Federn dienen der korrekten Positionierung während des Betriebes. Die betroffenen Brennelemente werden im kommenden Betriebszyklus nicht eingesetzt. In Brennelementen des betroffenen Typs sind 16 Niederhaltefedern vorhanden; auch beim Bruch einer Feder ist die Positionierung des Brennelements sicher gegeben.

Des Weiteren wurde im Zuge von Prüfungen in der Befestigung von Schaltern zur Stellungsanzeige an zwei Armaturen je ein Befund festgestellt. Die Armaturen wurden instand gesetzt, ihre Funktion war jederzeit gewährleistet.

Die Befunde hatten keinen Einfluss auf den sicheren Betrieb der Anlage oder auf die Umgebung.

Den deutschen Meldekriterien entsprechend, wurden die Vorkommnisse in die Kategorie N (Normal) eingestuft und der Behörde fristgerecht innerhalb von fünf Werktagen gemeldet. Nach der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen (INES) sind diese Befunde der Stufe 0 (unterhalb der Skala = keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung) zuzuordnen.