16
Mai
2013
|
00:00
Europe/Amsterdam

Revisionsvorbereitungen laufen: Schwertransport liefert neuen Maschinentrafo zum Kraftwerk Ibbenbüren

500 Tonnen schweres Bauteil ist größte Einzelkomponente bei Revision

Die Vorbereitungen für die Großrevision 2013 im Kraftwerk Ibbenbüren laufen auf vollen Touren. Jetzt wurde das größte und schwerste Teilstück angeliefert, das bei den anstehenden Arbeiten ab Ende Juni ausgetauscht wird: ein neuer Maschinentransformator (Trafo) mit einer Leistung von 850 Megawatt. Der Trafo ist notwendig, um das Kraftwerk an das Höchstspannungsnetz von 380.000 Volt anzuschließen. Die Großkomponente der Firma Siemens ist in der vergangenen Nacht von Mittwoch auf Donnerstag zum Kraftwerk der RWE Generation transportiert worden. Notwendig wurde der neue Trafo durch den Ausbau des 220.000 Volt Stromnetzes im Raum Steinfurt/ Osnabrück auf die internationale Netzspannung von 380.000 Volt durch den Netzbetreiber Amprion. Dadurch sollen zusätzliche Transportkapazitäten im Rahmen des Netzausbaus geschaffen werden. 

Kraftwerksleiter Hartmut Frank: „Nach dem Abschluss unserer Revision in diesem Sommer ist unser Kraftwerk mit dem europäischen Höchstspannungsnetz verbunden und leistet damit unseren Beitrag zur Stabilisierung des europäischen Transport- und Verteilnetzes.“ Und weiter: „Bereits heute können wir unser Kraftwerk hoch flexibel steuern. Wenn der Netzbetreiber es anfordert, mobilisieren wir 30 Megawatt in nur 30 Sekunden. Damit können wir als Partner der Erneuerbaren 30 Windkraftanlagen der mittleren Leistungsklasse unverzüglich ersetzen, wenn kein Wind zur Verfügung steht“, betont Kraftwerksleiter Hartmut Frank.

Der neue Riesentrafo ist seit Anfang Mai auf Reisen: Los ging es für die 850 Megawatt Anlage im Werkshafen der Siemens AG in Nürnberg. Die Schifffahrt führte über die Flüsse Donau, Main, Rhein den Dortmund-Ems-Kanal und den Mittellandkanal in Richtung des Hafens Ibbenbüren-Uffeln. Ab Mittwochnacht wurde die 500 Tonnen schwere Komponente auf einem 20-achsigen so genannten Plattformwagen mit 1.000 PS auf dem Straßenweg 10 Kilometer weiter bis zum Kraftwerk Ibbenbüren gefahren. Mit dabei: zwei Begleitfahrzeuge der Polizei. Besondere Herausforderungen für das zehn-köpfige Team waren der Entladeprozess vom Schiff auf den Transporter am Mittag sowie die Abfahrt aus dem Hafengelände und die Bewältigung der acht bis zehn prozentigen Steigung der Straße auf dem Dickenberg. Projektleiter Klaus Rademacher vom Kraftwerk Ibbenbüren: „Das war absolute Teamarbeit. Der Transport hat hervorragend geklappt. In wenigen Wochen geht es dann mit dem Einbau hier im Kraftwerk weiter“. Durchgeführt wurde der Schwertransport von der Firma Kahl & Jansen. Mit etwa sechs km/h bewegte sich das 35 Meter lange Gefährt vorwärts und erreichte gegen halb vier nachts das Kraftwerksgelände.