Köln/Essen,
24
August
2018
|
16:01
Europe/Amsterdam

RWE Power AG

RWE Power investiert 44 Millionen Euro in Revision von Block G von Kraftwerk Niederaußem

  • Umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen in den vergangenen Jahren: Block ist auf dem aktuellen Stand der Technik

Wer einen Blick in das Innenleben von Block G in Niederaußem wirft, sieht emsige Betriebsamkeit. Schweißarbeiten illuminieren die Szenerie, Gerüste ranken sich die Kesselwand empor, die rund 5.150 Quadratmeter große Betonwand des Kühlturms wird inspiziert. Rund44 Millionen Euro investiert RWE Power in die Revision des 600-Megawatt-Blocks G im Kraftwerk Niederaußem in Bergheim.

Revision bedeutet Instandhaltung, Wartung, Reparatur, Austausch von Verschleißteilen sowie Einbau neuer Technik. Mit jeder Revision werden also wesentliche Teile des Blocks erneuert. Das bedeutet konkret, dass Block Gustav zwar 1974 in Betrieb genommen wurde, aber jetzt 2018, längst ein starker Partner der Energiewende ist: Hochflexibel und nahezu rund um die Uhr verfügbar. „Der Block ist – genauso wie Block H – auf dem aktuellen Stand der Technik. Durch neueste Leittechnik, innovative Materialien und moderne Turbinen sind die Blöcke in den relevanten Bereichen absolut mit Neuanlagen vergleichbar“, betont Kraftwerksleiter Michael Wagner.

Um die hohe Flexibilität und Verfügbarkeit weiter zu gewährleisten, sind umfangreiche Instandhaltungsmaßahme umzusetzen. In der derzeit laufenden Revision werden etwa rund35 Kilometer Rohre der Heizfläche am Kessel ausgetauscht. Der Verdampfertrichter wird komplett ausgetauscht und mit über 4.300 Schweißnähten in 17 Metern Höhe wieder an den Kessel angebunden. Mehr als 500 Armaturen werden gewartet. Der Leitstand in dem das Kraftwerk gesteuert wird, erhält neue Technik und Software.

„Die moderne Leittechnik ermöglicht es, sehr schnell auf die Leistungsschwankungen der Erneuerbaren Energien zu reagieren. Das gilt für alle sechs 600-MW-Blöcke im Rheinischen Revier in Niederaußem, Neurath und Weisweiler. Insgesamt können diese Anlagen die schwankende Leistung von etwa 500 Windrädern – Onshore-Windräder in Deutschland haben typischerweise eine Leistung zwischen 2,5 und 5 MW – vollständig ausregeln. Insgesamt also rund 2.000 MW“, erklärt Lars Kulik, Vorstand Braunkohle. Dafür hat RWE allein in den vergangenen zehn Jahren jährlich rund 100 Millionen Euro in die 600-MW-Blöcke investiert, insgesamt also rund eine Milliarde Euro. Das Resultat ist mehr Effizienz, mehr Umweltschutz und mehr Flexibilität. „Allein durch diese Retrofitmaßnahmen wird somit ebenso ein Bedarf von 130 MW, ohne zusätzlichen Einsatz von Kohle und ohne Emissionen, gedeckt“, so Kulik.

Die 600-MW-Blöcke decken jährlich etwa 17 Prozent des Strombedarfs in Nordrhein-Westfalen. Sie haben eine Verfügbarkeit von bis zu 98 Prozent. „Damit spielen sie eine wichtige Rolle für die Versorgungssicherheit in Deutschland. Das hat sich auch während der Hitzeperiode gezeigt, als die Braunkohlekraftwerke zuverlässig ihren Dienst versehen haben. Sie werden mit dem konstant temperierten Grubenwasser der Tagebaue gekühlt und garantieren die Stromversorgung rund um die Uhr, zuverlässig und zu wettbewerbsfähigen Kosten“, betont RWE Power-Vorstand Lars Kulik.

Block Gustav wird voraussichtlich am 10. September 2018 wieder ans Netz gehen. Bis dahin wird für die Arbeiten weiter besonderes Augenmerk auf die Arbeitssicherheit gelegt. Revisionsleiter Rainer Hübl: „Die Sicherheit unserer Mitarbeiter und der Partnerfirmen hat für uns höchste Priorität. Täglich sind mehr als 1.200 Menschen für die Revision im Einsatz. Die extrem hohen Temperaturen der letzten Wochen erschwerten die ohnehin intensiven Arbeiten zusätzlich. Unser hoher Anspruch an die Arbeitssicherheit hat sich auch in dieser Phase bewährt, so dass alle Kollegen gesund in den Feierabend gehen konnten“.