23
Juni
2016
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00:00
Europe/Amsterdam

RWE Power spendet Vogelbeobachtungswände für Watvogelgewässer Elsdorf

Mit dem Ziel am Watvogelgewässer in Elsdorf eine Vogelbeobachtung ohne Störung der Tiere sicherzustellen, hat RWE Power dem NABU Rhein-Erft-Kreis zwei Vogelbeobachtungswände gespendet, die auf der Südseite des Gewässers aufgestellt wurden. Die 2 Meter hohen und 3,5 Meter breiten Wände aus Lärchenholz sind mit Beobachtungsschlitzen in unterschiedlicher Höhe versehen, so dass Kinder und Erwachsene die Vögel ohne Störung beobachten können.

Die Watvögel erkennen das Gewässer beim Überfliegen über das Gelände und haben es bereits kurz nach der Fertigstellung bevölkert. Es wurde eine Vielzahl an Vögeln am und im direkten Umfeld des Gewässers beobachtet; insbesondere (Hobby-)Ornithologen des NABU konnten viele verschiedene Arten feststellen. „Typische Watvogelarten wie Kiebitz, Flussregenpfeifer oder Waldwasserläufer – die auch an den ehemaligen Klärteichen vorkommen - wurden bereits gesichtet. Dies zeigt, dass unsere Artenschutzmaßnahmen für den Tagebau Hambach tatsächlich wirken“, freut sich Michael Eyll-Vetter, Leiter Bergbauplanung bei RWE Power. Weitere beobachtete Arten sind z.B. Trauerseeschwalbe, Nilgänse, Reiherenten, Graureiher, Mönchs-, Garten- oder Dorngrasmücken, Wiesenschafstelze und Fasan.

Auf dem Gruppenbild von links nach rechts: Hans Horn (NABU), Andreas Heller (BM Elsdorf), Sandra Janz (RWE Power), Michael Eyll-Vetter (RWE Power), Dieter Commer (NABU)

 

Hintergrundinformationen Watvogelgewässer Elsdorf

Durch den fortschreitenden Tagebau Hambach werden die Klärteiche der ehemaligen Zuckerfabrik Elsdorf in Anspruch genommen. Diese stellen aufgrund ihrer Struktur insbesondere für Watvögel einen geeigneten Lebensraum dar. Um den tagebaubedingten Lebensraumverlust auszugleichen, wurde im vergangenen Jahr in ca. 2 km Entfernung östlich von Wüllenrath im Stadtgebiet Elsdorf (Rhein-Erft-Kreis) ein Ersatzhabitat angelegt. Das Watvogelgewässer ist ein Bestandteil des Artenschutzkonzeptes für den Tagebau Hambach.

Das Gewässer wurde im Juli 2015 fertiggestellt und mit Wasser aus der Wiebachleitung befüllt; seitdem reguliert sich der Wasserstand über Niederschlag und Verdunstung. Sollte sich der Wasserstand im Gewässer aufgrund langanhaltender Trockenperioden deutlich reduzieren, ist ein Nachspeisen von Wasser aus der Wiebachleitung möglich.

Das Gewässer besitzt eine Größe von etwa 2,3 ha. Es handelt sich um ein stehendes Gewässer mit ausgedehnten Flachwasserzonen (Tiefe 10 bis 30 cm), einer Tiefwasserzone (Tiefe ca. 1,40 m) und zwei Brutinseln. Durch die Schaffung breiter, flacher, schlammiger Uferzonen entstanden so attraktive Rasthabitate für die Watvögel. Es besitzt keinen Zu- und Ablauf oder Verbindung zum Grundwasser, sondern wird nur durch Niederschläge und Zuflüsse aus dem eigenen Einzugsgebiet gespeist. Um dennoch dauerhaft mit Wasser bespannt zu sein, ist das Gewässer mit Kunststoffdichtungsbahnen abgedichtet, die ein Versickern des Wassers in den Untergrund verhindern.