30
April
2017
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00:00
Europe/Amsterdam

Traditionen werden fortgeführt

Pescher, Immerather und Lützerather schließen Umsiedlung ab

Gestern haben die Einwohner von Immerath (neu) ihren neuen Dorfplatz mit einer Feier symbolisch in Beschlag genommen. Gleichzeitig haben sie ihre gemeinsame Umsiedlung aus Pesch, Immerath und Lützerath offiziell abgeschlossen. Die Bürger kamen auf Einladung ihrer Dorfgemeinschaft und von RWE Power zusammen. Das Unternehmen stiftete drei Bronzeskulpturen für den Dorfplatz, die an die Besonderheiten des früheren Immerath erinnern. Die drei großen Traditionsvereine von Immerath (neu) – die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft, die Karnevalsgesellschaft Immeroder Seckschürger und der Sportverein SV Immerath 1911 – hatten dies angeregt.

Elisabeth Mayers-Beecks, Leiterin Umsiedlungen bei RWE Power: „Die Ortsvereine sind Säulen der Dorfgemeinschaft. Sie und der Bürgerbeirat haben mit viel persönlichem Einsatz der Vorstände und der Mitglieder die alten, bewährten Traditionen von den alten Orten an den heutigen Standort überführt und setzen sie dort zukunftsorientiert fort.“ Das unterscheide Immerath (neu) von einer herkömmlichen Neubausiedlung, wo sich die Menschen erst zusammenfinden müssten.

Mayers-Beecks: „Man sieht es Immerath (neu) schon am Ortsbild an, dass es sich dort gut leben lässt. Dieses neue Dorf ist auf das große Engagement und den Gemeinsinn seiner Einwohner gebaut.“ Die Bürgerinnen und Bürger hätten die „unbestritten schwierige Phase“ gemeistert. Dazu gratulierte ihnen die Planerin persönlich, aber auch im Namen des Vorstands von RWE Power. Sie dankte ihren langjährigen Gesprächspartnern in Bürgerschaft, Verwaltung und Kommunalpolitik für das „gute Miteinander“: „Auch wenn es das eine oder andere Mal geknirscht hat, hat man doch zusammen einen Weg zur Lösung gefunden.“

Im Rahmen der Feier las Dr. Peter Staatz, Regionalhistoriker aus Golzheim (Kreis Düren), aus der neuen Chronik von Pesch, Immerath und Lützerath, die RWE Power gesponsert hat. Der Archäologie Dr. Josef-Hubert Franzen vom Landschaftsverband Rheinland stellte im Kaisersaal die Ergebnisse seiner Grabungen in den alten Ortslagen vor.

Immerath (neu) liegt ungefähr acht Kilometer von den alten Orten entfernt westlich von Kückhoven. Die Umsiedlung von Pesch begann 1999, die von Immerath und Lützerath 2006. Betroffen waren damals fast 1.500 Bürger, von denen heute über die Hälfte am neuen Standort wohnen. Weitere 15 Prozent blieben im Stadtgebiet von Erkelenz oder im Kreisgebiet.