11
September
2016
|
00:00
Europe/Amsterdam

Umsiedlung von Borschemich ist beendet

Gute Akzeptanz für den neuen Standort am Rand der Erkelenzer Kernstadt

Im Rahmen ihres jährlichen Sommerfests haben die Borschemicher gestern (Samstag, 10. September) den Abschluss ihrer Umsiedlung gefeiert. Die Bürger kamen auf Einladung der Dorfgemeinschaft in der Mehrzweckhalle zusammen und ließen die vergangenen zehn Jahre in Gesprächen, mit Bildern und mit einer Videodokumentation Revue passieren.

Erik Schöddert, Leiter Umsiedlung und Flächenmanagement von RWE Power, dankte den Bürgern. „Die Umsiedlung ist eine riesige Herausforderung an die Lebensplanung eines jeden. Es gibt so viele Dinge zu regeln; gleichzeitig geht der Alltag in Familie und Beruf weiter. Sie haben diese unbestritten schwierige Phase gemeistert. Das kann sogar der Unbeteiligte von außen am attraktiven Ortsbild und an dem regen Vereinsleben ablesen“, gratulierte Schöddert den Gästen, an ihrer Spitze Bürgermeister Peter Jansen und Hans Jürgen Goebels von der Dorfgemeinschaft. Dieser Erfolg sei auch dem hohen Gemeinsinn zu verdanken. Die Bürger hätten sich über die Vorsorge für ihre persönlichen Belange hinaus zum Beispiel auch in die Gestaltung des neuen Ortes eingebracht. „In diesem Sinn kann die Dorfgemeinschaft viele alte Traditionen hier am neuen Standort erfolgreich fortführen. Dafür wünsche ich Ihnen alles Gute“, so Schöddert in seiner Ansprache.

Der RWE Power-Vertreter dankte auch den Beteiligten aus Politik und Verwaltung der Stadt Erkelenz, des Kreises Heinsberg, der Bezirksregierung Köln, des Landes NRW und der Umsiedlungsbeauftragten der Landesregierung. „Sie alle haben zum Gelingen dieser umfangreichen Aufgabe beigetragen – immer sachbezogen und vor allem bürgerorientiert. Auf diese Weise wird die Umsiedlung zum Gemeinschaftswerk, so wie auch die Energieversorgung eines Landes eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Umsiedlung ist eben mehr als ein Umzug von A nach B. Alle Beteiligten haben sich in hoher Verantwortung für die Zukunft der Borschemicher intensiv in die Umsiedlung eingebracht.“

Die Borschemicher haben ihr Dorf und damit ihren Lebensmittelpunkt aus dem Vorfeld des Tagebaus Garzweiler an den Nordrand der Erkelenzer Kernstadt verlegt. Neun Kilometer liegen zwischen der alten Ortslage und dem neuen Standort. 52 Prozent der anfangs 645 Einwohner zogen dorthin um; weitere 17 Prozent blieben im Stadtgebiet von Erkelenz oder im Kreisgebiet.

Das Land hatte den Braunkohlenplan für die Umsiedlung von Borschemich Anfang 2005 genehmigt. Wenige Monate später wurde der Bebauungsplan der Stadt Erkelenz für den neuen Standort rechtskräftig. Im Mai 2007 begann die erste Familie mit dem Bau ihres neuen Wohnhauses. Im Juni 2011 feierten die Borschemicher St.-Martinus-Schützen ihr erstes Schützenfest am neuen Standort, verbunden mit ihrem 375. Jubiläum. Im Mai 2011 weihte der Aachener Weihbischof Johannes Bündgens die Martinus-Kapelle.

Das Foto (Quelle: RWE Power) zeigt (v.l.): Hans Jürgen Goebels (Vors. der Dorfgemeinschaft Borschemich e.V.), Karoline Klein (RWE Power), den Borschemicher Künstler Michael Franke, Thomas Kolbe und Elisabeth Mayers-Beecks (beide RWE Power) mit einem Bronzerelief der drei Wahrzeichen des alten Dorfes, also der Pfarrkirche St. Martinus, der Dorflinde und von Haus Paland. Das Bronzerelief wurde von Herrn Franke angefertigt.