15
April
2016
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00:00
Europe/Amsterdam

Wirtschaftsministerium fördert Synthese-Teststand in Niederaußem

RWE Power beteiligt sich an "Fabiene"

Hochtechnologie in Niederaußem: Der Synthese-Teststand im Innovationszentrum Kohle ist ein zentraler Baustein im Kooperationsprojekt „Fabiene" von RWE Power, ThyssenKrupp Industrial Solutions AG und Technischer Universität (TU) Darmstadt. Es wird jetzt über die Förderplattform COORETEC durch das Bundesministerium für Wirtschaft gefördert.

„Fabiene" läuft bis 2021 und hat ein Gesamtvolumen von knapp zehn Millionen Euro, das hauptsächlich den Forschungseinrichtungen zugute kommt. RWE Power nimmt als Industriepartner teil. Das Unternehmen erprobt und optimiert in dem Projekt die Synthese verschiedener Produkte aus rheinischer Braunkohle. Dabei geht es unter anderem um Naphtha, Wachse sowie Treibstoffe wie Diesel und Kerosin.

Zunächst finden ab diesem Frühjahr im RWE-eigenen Synthese-Teststand im Niederaußemer Innovationszentrum Kohle Benchmark-Versuche mit künstlich zusammen-gemischtem Synthesegas aus Gasflaschen statt. Der Synthese-Teststand steht seit 2013 in einem 40-Fuß-Standardcontainer am Kraftwerk Niederaußem. Er bildet die künftigen großtechnischen Synthesen im Labormaßstab ab.

Nach ca. einem Jahr soll der Teststand zur TU Darmstadt versetzt werden. Dort wird er eine Anlage der Projektpartner ergänzen, die aus einem Wirbelschichtvergaser und einer Gasaufbereitung besteht. Damit wird die Coal-to-Liquids-Prozesskette vervollständigt. „Dort wird dann Synthesegas aus Braunkohle erzeugt und in dem Synthese-Teststand verarbeitet", kündigt Projektleiter Dr. Urs Overhoff, RWE Power, an.

Die Förderzusage aus Berlin haben die Projektpartner vor kurzem erhalten. „Die Förderung bestätigt das große Potenzial unserer Braunkohle: Sie ist nicht nur ein wichtiger Energieträger, sondern kann als Kohlenstoffträger auch in der Chemie zum Einsatz kommen", erklärt Dr. Reinhold Elsen, Leiter Forschung und Entwicklung der RWE Power.

Der in Deutschland reichlich vorhandene Bodenschatz Braunkohle ist mehr als ein Rohstoff für die Stromerzeugung: Auf seiner Basis können Ausgangsstoffe für die (petro-) chemische Industrie hergestellt werden – hochwertige Treibstoffe, aber auch Vorprodukte für Kunststoffe, Klebstoffe, Farben und Kosmetika. Dazu wird mit der Braunkohle ein Synthesegas aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff erzeugt. Es wird mit Hilfe von Katalysatoren in einem Syntheseprozess zu den gewünschten Produkten umgewandelt.

Das Förderprojekt „Fabiene" läuft im Rahmen von COORETEC, einer jetzt zwölf Jahre bestehenden Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Die Imitative ist Teil des sechsten Energieforschungsprogramms „Forschung für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung" der Bundesregierung. Die Förderung von Forschung und Entwicklung CO2-emissionsarmer Kraftwerks-technologien leistet einen wichtigen Beitrag für eine sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung. Damit unterstützt COORETEC die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung.