Essen,
19
Februar
2018
|
16:58
Europe/Amsterdam

Zeitreise per Zelluloid: Verschollener Dortmunder Stadtfilm von 1964 aufgetaucht

RWE AG

Zusammenfassung
  • RWE übergibt unbekannten Stadtfilm an Stadtarchiv

  • Vorführung am 20. Februar im Kino im Dortmunder U

Das Stadtarchiv Dortmund hat ein unverhofftes Geschenk vom Essener RWE-Konzern erhalten: Einen bislang unbekannten Marketingfilm der Stadtverwaltung Dortmund von 1964.

Der Film wurde vor einiger Zeit im Historischen Konzernarchiv RWE in einer mit „Dortmund“ beschrifteten Filmdose aufgefunden. Der 16-mm-Film erwies sich als Unikat. Im Stadtarchiv Dortmund war seine Existenz nicht bekannt. RWE hat den Film jetzt an die Stadt Dortmund übergeben – zur weiteren Aufbewahrung und Nutzung.

„Der Film ‚Moderne Großstadt Dortmund‘ bietet einen aufschlussreichen Blick auf eine kraftstrotzende und optimistische Stadt“, sagt RWE-Konzernarchivar Hans-Georg Thomas. „Niemand würde so einen Schatz bei RWE vermuten. Er gehört in das Dortmunder Stadtarchiv.“

Der Film ist als eine Art Leistungsschau von Rat und Verwaltung der Stadt Dortmund angelegt. Der damalige Oberbürgermeister Dietrich Keuning präsentiert in Ton und Farbe moderne Schulen und Krankenhäuser, gepflegte Parkanlagen und breite, weitgehend unbefahrene Straßen. Auch stellt er die Planungen für die autofreie Dortmunder Innenstadt, die kreuzungsfreie B 1 und die neuen Großwohnsiedlungen im Osten der Stadt vor.

Dem Betrachter erlaubt der Film eine Zeitreise in ein Dortmund zur Blüte der Montanindustrie. Der Bergbau brummt, die drei großen Eisen- und Stahlwerke in Dortmund laufen auf vollen Touren und die Entwicklung kennt nur eine Richtung: steil nach oben! Die Stadtspitze rechnet langfristig mit 750.000 Einwohnern und plant entsprechend raumgreifend.

Beeindruckend ist das Nebeneinander von Alt und Neu: Noch immer prägen kriegsbedingte Baulücken die Innenstadt. Häufig dienen sie als große Parkflächen, während rund um den Alten Markt die erste Fußgängerzone Dortmunds entsteht. Der Blick vom Fernsehturm zeigt viel unbebautes Land – und eine florierende Hörder Hütte.

„Der Film zeigt Facetten Dortmunds, die zum Teil völlig aus dem Stadtbild verschwunden sind oder sich stark gewandelt haben“, erläutert Dr. Andrea Zupancic, die Leiterin des Bild- und Medienarchivs im Stadtarchiv Dortmund. „Damit stellt der Film eine wertvolle Ergänzung für die stadtgeschichtliche Überlieferung dar.“

Am kommenden Dienstag (20. Februar) führt der Historische Verein der Stadt Dortmund den Film öffentlich vor. Die kostenlose Vorstellung im Kino im Dortmunder U beginnt um 19:00 Uhr. Der Film dauert 49 Minuten und wird von Dr. Andrea Zupancic und Hans-Georg Thomas eingeführt.

Bildunterschrift: 49 Minuten Stadtgeschichte als Geschenk: Dortmunds Stadtarchivarin Dr. Andrea Zupancic freut sich über den Zufallsfund von RWE-Archivar Hans-Georg Thomas. (Foto: RWE)